Schutz vor Wucher und Betrug bei Kammerjägern und Schädlingsbekämpfern

Ein Wespennest in der Garage, eine Ratte im Keller oder ein Mäusefamilie auf dem Dachboden? Wenn ungebetene Gäste zu Störenfrieden werden, greifen viele Menschen hektisch zum Telefon und rufen einen Kammerjäger oder Schädlingsbekämpfer – und gehen nicht selten Betrügern auf den Leim. Wir erklären Ihnen, wie Sie sich schützen können.

Der WDR und SWR berichteten erst kürzlich von den Machenschaften unseriöser Kammerjäger. Ob Wespennest oder Rattenplage – Betroffene zahlten bis zu 800€ für Leistungen, die nicht mehr als 300€ kosten sollten. Nicht selten handelt es sich um Fake-Kammerjäger, die weder über eine entsprechende Zertifizierung noch das richtige Equipment oder einen registrierten Firmensitz verfügen.

 

Die Erfahrungsberichte betroffener Verbraucher klingen immer ähnlich:

“"Zwei junge Schädlingsbekämpfer klingeln, kommen ins Haus, reißen alle meine Schränke auf und verstreuen wahllos rote Kügelchen auf dem Boden." Sogenannte Weizenköder. Wenige Minuten später sind die zwei Männer auch schon wieder weg. Aber nicht ohne von der Frau 379,61 Euro für den kurzen und letztlich sinnlosen Einsatz zu verlangen. Die zahlt verschüchtert mittels EC-Karte.” (echo24 Heilbronn) 

“So also versprühte der vermeintliche Kammerjäger sein „pinkfarbenes Wasser“. Die Rechnung für den „Schädlingsnotdienst“ füllte der Rattenfänger in seinem Block sofort aus. 330 Euro kamen unterm Strich heraus. Beate Grimm zahlte bar – wegen Corona habe sie nicht zur Bank gehen wollen.” (Weser Kurier)

 

Und auch im Bewertungsportal “Trustpilot” finden sich zahllose Bewertungen geprellter Bürger, wie die von “Lulu”:

 

Quelle: Trustpilot

 

So schützen Sie sich vor Wucherpreisen bei Kammerjägern

Es gilt das Gleiche wie bei den meisten Dienstleistungen: wer gut informiert ist, kann sich besser wehren. Mit folgenden vier Schritten schützen Sie sich vor Abzocke:

  1. Recherchieren Sie übliche Preise vor dem ersten Anruf im Internet oder bei Anlaufstellen für Verbraucher.
  2. Fragen Sie schon beim ersten Anruf nach einem Kostenvoranschlag oder zumindest einer Einschätzung. Liegt diese über den von Ihnen recherchierten Preisen, haken Sie nach. Woher kommen die zusätzlichen Kosten?
  3. Zahlen Sie eine zu hohe Rechnung nie sofort, schon gar nicht in bar. Leisten Sie keine Vorkasse.
  4. Wenden Sie sich bei Verdacht auf Wucher an die Verbraucherzentrale oder einen Sachverständigen. Warten Sie so lange mit der Zahlung der Rechnung, bis die Sachlage abschließend geklärt ist.

 

Zur Orientierung finden Sie hier die gängige Preise für Schädlingsbekämfpungsdienstleistungen wie die Entfernung von Wespennestern, Ratten und Mäusen: 

  • Entfernung eines Wespennestes ohne besonderen Aufwand: in der Regel 80-150€, teilweise bis zu 250€ (Teilweise auch höher falls zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind; z.B. Einsatz eines Dachdeckers, Hubarbeitsbühne o.ä.)
  • Bekämpfung von Ratten: bis zu 300€ (Einfamilienhaus, je nach Befall, 2-3 Behandlungen)

 

So erkennen Sie Fake-Kammerjäger und Betrüger

Wucherpreise sind ärgerlich. Noch schlimmer wird es aber, wenn der beauftragte Dienstleister gar kein echter Kammerjäger oder Schädlingsbekämpfer ist. Dann ist weder die Ratte tot, noch lässt sich bei der Polizei Anzeige erstatten oder ergaunertes Geld zurückholen. 

Fake-Schädlingsbekämpfer lassen sich glücklicherweise recht gut erkennen. Aber auch ihre Maschen werden ausgefeilter. Mit folgender Checkliste sind Sie auf der sicheren Seite:

Der von Ihnen gewählte Dienstleister sollte:

  1. …ein Impressum mit Unternehmensnamen, Unternehmenssitz, Steuernummer und Festnetznummer haben (eine Handynummer reicht nicht!).
  2. … seine Fachlichkeit durch eine Zertifizierung einer offiziellen Zertifizierungsstelle belegen können.
  3. … Mitglied in einem Berufsverband sein, wie z.B. dem DSV – Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V.
  4. …eine offizielle Rechnung mit Steuernummer (nicht: “in Gründung” oder “in Bearbeitung”) und Aufschlüsselung der Leistungen ausstellen.
  5. … Rückfragen zum Schädlingsbefall stellen (beim Wespennest zum Beispiel ist entscheidend, wo dieses sich befindet und ob Allergiker oder Kinder im Haushalt leben.)
  6. Keine Vorkasse oder Sofortzahlung an der Haustüre verlangen.

 

So sieht zum Beispiel eine typische Rechnung eines Betrügers aus:

Quelle: Echo24

 

Seriöse Schädlingsbekämpfer erkennen – unsere Empfehlungen

Mit den oben genannten Tipps stehen die Chancen gut, dass Sie sich nicht so leicht übers Ohr hauen lassen. Leider können auch unseriöse Schädlingsbekämpfer auf den ersten Blick völlig in Ordnung erscheinen. Hier zwei Impressen zum Vergleich:

 

 

Links fehlen so einige Angaben, auch wenn das Impressum zunächst den Anschein eines legitimen Unternehmens erweckt. Seien Sie daher wachsam und treffen Sie trotz Hornissen neben der Haustür keine vorschnellen Entscheidungen. Wir können dank Jahrzehntelanger Zusammenarbeit den deutschlandweit tätigen Schädlingsbekämpfer Biotec Klute empfehlen, dessen Impressum hier als positives Beispiel und Maßstab für ein seriöses Auftreten dienen soll. 

Wir wünschen Ihnen einen ruhigen Spätsommer ohne Wespenstiche – und vor allen Dingen ohne Betrüger und Abzocker.

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