Wenn es in den eigenen vier Wänden plötzlich unangenehm riecht und krabbelt, bricht bei den meisten Menschen verständlicherweise Panik aus. Kein Wunder, denn ungebetene Gäste wie Kakerlaken gehören zu den unbeliebtesten Schädlingen überhaupt. Umso wichtiger ist es, dass du die Kakerlaken erkennen kannst und weißt, wie du sie loswirst. So verhinderst du Schlimmeres und kannst dich in deinen eigenen vier Wänden wieder wohlfühlen.

Das Wichtigste in Kürze
- Kakerlakenbefall ist kein Zeichen von mangelnder Hygiene.
- Nützlinge wie Hungerwespen können die Vermehrung bestimmter Schabenarten bremsen.
- Am Geruch lassen sich Kakerlaken erkennen.
- Die Verwechslungsgefahr mit anderen Schaben ist groß.
- Kakerlaken sind äußerst robust und erfordern daher klare Erkennung und Entsorgung.
Wie sehen Kakerlaken aus?
Kakerlaken oder auch Küchenschaben haben einen flachen Körperbau, der es ihnen erlaubt, selbst durch winzige Ritzen und Spalten zu gelangen.
Die Farbe variiert je nach Art deutlich. Die am häufigsten auftretende Deutsche Schabe ist hellbraun bis gelbbraun gefärbt und hat an ihrem Halsschild zwei auffällige dunkle Längsstreifen. Die Orientalische Schabe ist dunkler gefärbt, fast schwarz, und wirkt wesentlich robuster. Amerikanische Kakerlaken sind rotbraun und deutlich größer als ihre Verwandtschaft.

Alle Schabenarten haben sehr lange und bewegliche Antennen auf dem Kopf, die als Tast- und Geruchsorgane fungieren. Zudem kannst du Kakerlaken erkennen, wenn du auf die Beine achtest. Sie haben sechs behaarte Exemplare und können damit erstaunliche Geschwindigkeiten erreichen.
Obwohl viele Arten voll ausgebildete Flügel haben, fliegen Küchenschaben eher selten oder gar nicht. Sie nutzen ihre Flügel eher zum Gleiten oder bei einem Sturz als Fallschirm.
Ein oft verbreiteter Irrtum besteht darin, dass Menschen glauben, dass sie an einem Kakerlaken-Nest einen Befall mit Kakerlaken erkennen. Die Schädlinge bauen sich kein klassisches Nest wie Wespen oder Ameisen. Sie suchen sich stattdessen feste und gut geschützte Sammelplätze, an denen sie in großen Gruppen dicht gedrängt aufeinander hocken.
Diese Verstecke werden durch Pheromone, die die Schaben über ihren Kot ausscheiden, für die Artgenossen attraktiv gemacht. Die Tiere haben also irgendwo in deiner Wohnung einen zentralen Rückzugsort, der kein klassisches Nest ist. Am häufigsten befindet sich dieser Spot in der Nähe von Wärme- und Feuchtigkeitsquellen, wie zum Beispiel hinter dem Kühlschrank oder unter der Spüle.
Achtung, Verwechslungsgefahr: Kakerlake oder Waldschabe?
Bevor du voreilig handelst und den Kammerjäger rufst, schau erst einmal genau hin, ob du Kakerlaken erkennen kannst. In den Sommermonaten droht nämlich Verwechslungsgefahr mit der Bernsteinfarbenen Waldschabe. Diese harmlose Schabe sieht der Kakerlake zum Verwechseln ähnlich, da sie fast gleich groß und ebenfalls hellbraun gefärbt ist. Wenn du nun glaubst, hier eine Kakerlake erkennen zu können, machst du dir unnötigen Stress.
Es gibt klare Unterscheidungsmerkmale, mit denen du dir Gewissheit verschaffen kannst. Das sicherste Merkmal ist das Halsschild direkt hinter dem Kopf der Schabe. An zwei dunkelbraunen Längsstreifen kannst du die klassische Kakerlake erkennen. Die Waldschabe hat ein transparentes oder gleichmäßig bernsteinfarbenes Schild.

Auch am Verhalten kannst du Kakerlaken erkennen, denn Waldschaben sind tagaktiv und halten sich aufgrund des Lichts gerne an Fensterscheiben auf. Küchenschaben hingegen meiden das Licht und flüchten, wenn du es anschaltest. Sie sind nachtaktiv und meist nur durch ein Huschen wahrnehmbar.
Gut zu wissen: Da sich Waldschaben von zersetzendem Pflanzenmaterial im Garten ernähren, sterben sie in der Wohnung mangels Nahrung innerhalb von wenigen Tagen von ganz alleine. Bist du dir unsicher, hilft dir eine Insektenbestimmung weiter.
Erkennen an der Ernährung: Was fressen Kakerlaken?
Küchenschaben sind sehr anpassungsfähige Allesfresser und bei ihrer Ernährung nicht wählerisch. Sie mögen am liebsten weiche und organische Stoffe, die sich schon in der Zersetzung befinden.
Besonders attraktiv sind:
- stärkehaltige Lebensmittel
- zuckerhaltige Naschereien
- Fettüberschüsse
- Fleischreste
Wenn bei dir Essensreste offen rumstehen oder Geschirr nicht abgewaschen wurde, ist das eine Einladung zu einem Fünf-Sterne-Menü für die Kakerlake. Sie bedient sich aber auch an einem nicht ausgeleerten Mülleimer.
Wenn die optimalen Nahrungsquellen knapp werden, kannst du an der beängstigenden Genügsamkeit jede klassische Kakerlake erkennen.
Sie macht vor kaum etwas Halt und frisst Dinge wie:
- Papier
- Bucheinbände
- Tapeten und Tapetenkleister
- Haare
- Textilien
- Seifenreste
- Eigene Hautreste
- Leder
Durch die Flexibilität in ihrer Ernährung ist es schwierig, der Kakerlake die Lebensgrundlage in der Wohnung zu entziehen. Hinzu kommt, dass ausgewachsene Tiere mehrere Wochen ohne Nahrung überleben können, wenn sie Feuchtigkeit haben.
Fünf Anzeichen für Schaben in der Wohnung
Du bist dir nicht sicher, ob du Kakerlaken in deinen vier Wänden hast und fühlst dich unwohl? Die extrem lichtscheuen Tiere bekommst du am Tag nur sehr selten direkt zu sehen. Um einen Befall frühzeitig aufzudecken, solltest du daher auf indirekte Hinweise achten. Daran lassen sich die Kakerlaken erkennen. Wir zeigen dir fünf Anzeichen, die typisch sind.
- Kakerlaken-Kot: Die Ausscheidungen der Schaben sind eines der sichersten Anzeichen, an denen du Kakerlaken erkennen kannst. Sie erinnern stark an Kaffeepulver oder feine Krümel und sind rund einen Millimeter lang. Du findest ihn in Spuren an den Fußleisten, an den Wänden oder nahe des Verstecks.
- Kakerlaken-Hautreste: Da sich die Schaben im Laufe ihres Wachstums mehrfach häuten müssen, hinterlassen sie in der Nähe ihrer Sammelplätze regelmäßig Spuren. Diese transparenten Hüllen der Larven sind praktisch, denn daran kannst du Kakerlaken erkennen.
- Kakerlaken-Spuren: Neben Ausscheidungen hinterlassen die Insekten oft schmierige, dunkle Laufspuren an hellen Oberflächen. Sie kommen daher, dass die Tiere durch schmutzige und fettige Ecken laufen und die Rückstände dann an den Wänden hinterlassen.
- Unangenehmer Geruch: Wenn der Befall bereits ausgeprägt ist, riechst du ihn. Der Geruch ist süßlich-muffig und wird durch den verrottenden Kot, aber auch durch die Drüsensekrete der Kakerlake selbst verursacht. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto eher riechst du die Tiere.
- Deutliche Fraßschäden: Auch an feinen Fressspuren an Pappkartons, verpackten Lebensmitteln und Büchern kannst du Kakerlaken erkennen. Die Insekten fressen sich durch Papier, Pappe und dünne Folienverpackungen, um an die Nahrung zu gelangen.

Wie kann es zu einem Kakerlaken-Befall kommen?
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Küchenschaben nur in unhygienischen und dreckigen Haushalten vorkommen. Das stimmt allerdings nicht, denn die Schädlinge schleppst du in den allermeisten Fällen unbemerkt von außen ein.
Du bist vor einem Befall nie ganz sicher; ein sauberer Haushalt erschwert den Tieren lediglich die Vermehrung und die Ernährung, schützt aber nicht vor dem Einbringen.
Die häufigsten Wege sind gebrauchte Elektrogeräte, Urlaubskoffer oder sogar Lebensmittelverpackungen aus dem Supermarkt. In den Wellpappen von Bananenkisten oder im warmen Gehäuse einer gebrauchten Kaffeemaschine finden Schaben und deren Eier ideale Transportbedingungen.
Manchmal kommen sie auch als Urlaubssouvenir von der Fernreise mit nach Hause und ziehen bei dir ein. Im Mehrfamilienhaus kann die Verbreitung über die Versorgungsschächte oder Heizungsrohre von einer Wohnung zur nächsten erfolgen.
So kannst du Kakerlaken-Eier erkennen
Um die Schädlinge dauerhaft loszuwerden, musst du nicht nur die Kakerlaken erkennen und jagen, sondern auch die Eiablage im Blick behalten. Schaben legen ihre Eier nicht einzeln ab, sondern verpacken sie schützend in einer festen Eikapsel, der sogenannten Oothek.
Die Eikapseln sind länglich geformt und erinnern optisch an eine kleine Bohne. Je nach Schabe ist sie etwa sechs bis zwölf Millimeter lang und farblich zwischen einem hellen Braun und einem dunklen Rotbraun angesiedelt.

Die Amerikanische und die Orientalische Schabe kleben ihre Kapsel an einem geschützten Ort fest, die Deutsche Schabe hingegen trägt die Eier bis kurz vor dem Schlüpfen am eigenen Körper herum. Wenn du eine solche Kapsel findest, kannst du daran ganz klar Kakerlaken erkennen und solltest handeln. Bei der Deutschen Schabe können aus einem einzelnen Kokon bis zu 40 Tiere schlüpfen.
Was du bei einem Kakerlaken-Befall tun kannst
Wenn du die Gewissheit hast, dass Schaben bei dir eingezogen sind, solltest du besonnen, aber konsequent reagieren. Du musst nicht sofort zur chemischen Keule greifen, wenn du die Kakerlaken bekämpfen willst, denn damit schadest du oft nicht nur den Schädlingen, sondern auch dir, deinen Haustieren und der Umwelt.
Es gibt wirksame und schonende Methoden, mit denen du einen beginnenden Befall eindämmen kannst.
Nützlinge gegen Kakerlaken
Als besonders sanft und nachhaltig gilt der Einsatz von biologischen Gegenspielern. Bei Kakerlaken sind vor allem Hungerwespen interessant, eine Familie innerhalb der großen Gruppe der Schlupfwespen. Die Hungerwespe ist ein kleiner Nützling, der Menschen nicht sticht und für Mensch und Tier ungefährlich ist. Die Tiere haben es gezielt auf die Eikapseln von Schaben abgesehen.
Hungerwespen spüren die Kapseln auf und legen ihre eigenen Eier darin ab. Die schlüpfenden Wespenlarven ernähren sich dann von den Eiern der Schabe und stoppen die Vermehrung biologisch. Das funktioniert vor allem bei Arten, die ihre Eikapseln ablegen, wie der Amerikanischen und der Orientalischen Schabe. Bei der Deutschen Schabe, die ihre Kapsel bis kurz vor dem Schlupf mit sich trägt, sind die Nützlinge weniger wirksam. Wenn die Nützlinge keine Eier mehr finden, sterben sie einfach ab oder fliegen nach draußen.
Hausmittel gegen Kakerlaken
Zusätzlich zu biologischen Produkten und weiteren Mitteln gegen Kakerlaken kannst du bei einem gering ausgeprägten Befall auch mit Hausmitteln erste Versuche starten.
Ein typisches Mittel besteht aus haushaltsüblichem Zucker und Natron zu gleichen Teilen. Der Zucker dient als Köder; das Natron soll im Körper der Tiere Gase bilden, an denen sie sterben. Wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung allerdings nicht, und in der Praxis fällt sie meist gering aus.
Auch das Auslegen von Lorbeerblättern oder das Wischen mit Essigwasser gelten als hilfreich. Schaben meiden diese intensiven Gerüche und werden dadurch aus ihren Verstecken vertrieben.
Eine weitere Möglichkeit sind einfache Klebefallen mit hellem Bier oder Bananenschalen. Die Tiere werden nachts angelockt und anschließend festgehalten.
Diese Methoden sind bei einem großen Befall nicht ausreichend, helfen aber dabei, wenn du die Kakerlaken erkennen möchtest. Du weißt dann, dass die Insekten sich bei dir ausgebreitet haben, und kannst gezielt weitere Maßnahmen ergreifen.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Profi-Einsatz gegen Kakerlaken
Es gibt Situationen, in denen Hausmittel und Nützlinge an ihre Grenzen stoßen und du den Kammerjäger brauchst. Schaben vermehren sich in einem schnellen Tempo, sodass ein langanhaltender und starker Befall eine professionelle Ausrüstung braucht.
Wenn du trotz des Einsatzes von Fallen oder Nützlingen immer noch Kakerlaken erkennen kannst und keine Besserung bemerkst, solltest du den Profi zurate ziehen. Auch wenn die Tiere schon tagsüber bei dir herumwandern, ist das ein klares Zeichen.
Profis nutzen spezielle Barrieren und Fraßgele, um die Tiere zu eliminieren. Manchmal ist in Mietshäusern nicht nur eine Wohnung befallen, sodass ein professioneller Einsatz durch die Hausverwaltung angeordnet und koordiniert werden muss.
FAQ: Das musst du wissen!
Du hast noch Fragen und bist dir unsicher, ob bei dir zu Hause Kakerlakenbefall herrscht? Wir haben die wichtigsten Fragen für dich zusammengestellt und beantworten sie in unserem FAQ-Bereich.
Wie sehen Baby-Kakerlaken aus?
Wenn du kleine Kakerlaken in deiner Wohnung entdeckst, handelt es sich um Nymphen. Diese frisch geschlüpften Tiere sehen vom Körperbau her aus wie ein großes Tier, sind aber nur wenige Millimeter groß und haben noch keine voll entwickelten Flügel. Optisch sind sie dunkler, oft fast schwarz, und wirken rundlicher als die adulten Insekten. Hast du Nymphen bei dir im Haus, lässt sich daran zuverlässig ein Befall mit Kakerlaken erkennen.
Woher kommen Kakerlaken?
In den allermeisten Fällen bringst du die Insekten selbst über das Urlaubsgepäck, gebrauchte Möbel, Elektrogeräte oder Verpackungsmaterialien aus dem Handel ins Haus. Seltener wandern die Tiere auch eigenständig über die Kanalisation oder aus Nachbarwohnungen bei dir ein. Die Gefahr ist in milden Wintern oder bei Nahrungsmittelmangel in der anderen Wohnung am größten.
Wie sieht Kakerlaken-Kot aus?
Die Ausscheidungen der Schädlinge sehen aus wie feines Kaffeepulver oder gemahlener Pfeffer. Bei größeren Arten wie der Amerikanischen Schabe sind die Kotpellets etwas größer und haben feine Längsrillen. Die Spuren findest du vor allem auf ihren Laufwegen entlang der Wand oder in den Schränken.
Wie entfernt man Kakerlaken-Eier?
Entdeckst du eine Eikapsel, entsorge sie niemals einfach im Müll, denn auch dort können die Larven schlüpfen. Das gilt sogar dann, wenn du den Sack verknotest. Zerdrücke die Kapsel stattdessen im Freien oder verbrenne sie, falls du die Möglichkeit hast. Alternativ kannst du sie in einem Glas für 48 Stunden ins Gefrierfach legen, da die Minustemperaturen die Brut abtöten. Anschließend reinigst du den Fundort mit viel Essig.
Wo befindet sich das Kakerlaken-Nest?
Da die Schädlinge feuchtwarme Orte bevorzugen, findest du die Sammelplätze vor allem in der Küche oder im Badezimmer. Beliebte Verstecke sind die Rückseite des Kühlschranks oder des Geschirrspülers, denn die Motoren sorgen hier für Wärme. Auch in den Hohlräumen deines Küchenschranks oder hinter lockeren Fliesen kannst du Kakerlaken finden.

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